Vietnam-Kantschil: Jahrzehntelang verschwundene Hirschferkel-Art entdeckt

Fast 30 Jahre lang galt es als verschollen – nun haben Forscher erstmals wieder ein Vietnam-Kantschil in freier Wildbahn gesichtet.Das Huftier aus der Familie der Hirschferkel, das etwa so groß wie ein Hase ist, sei im Osten Vietnams in eine Kamerafalle getappt, berichtet ein Team um Andrew Tilker von der Organisation Global Wildlife Conservation in den USA im Fachjournal «Nature Ecology and Evolution». Der letzte bekannte Artgenosse des Tieres sei im Jahr 1990 von einem Jäger erschossen worden.Das Expertenteam war demnach Tipps von Bewohnern in der Nähe der Küstenstadt Nha Trang nachgegangen, die das Tier mit dem silbergrauen Rückenfell gesehen hatten. Innerhalb von sechs Monaten hätten 30 aufgestellte Fotofallen das Vietnam-Kantschil (Tragulus versicolor) dann mehr als 200 Mal unabhängig voneinander aufgezeichnet.Wie viele Tiere der Art genau in der Region lebten, sei derzeit nicht bekannt. Das Tier könne wissenschaftlich als wiederentdeckt gelten, schreiben die Experten um Tilker, der gerade Doktorand am Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin ist. Für die Bevölkerung vor Ort sei es allerdings nie verschwunden gewesen.

Endspurt um EM-Ticket: Löw startet Quali-Vorbereitung nach Foto-Shooting

Foto-Shooting, Check-in, Trainingsauftakt: Joachim Löw startet mit der Fußball-Nationalmannschaft in den Endspurt um das Ticket für die Europameisterschaft 2020.Der Bundestrainer erwartet am heutigen Dienstag in den Mittagsstunden die Ankunft von Kapitän Manuel Neuer sowie der weiteren 21 Akteure seines Kaders im Teamhotel in Düsseldorf. Zuvor steht für mehrere Spieler wie Ilkay Gündogan oder Nico Schulz noch ein Termin in Berlin an.Ausrüster Adidas bittet zum Fototermin in der Hauptstadt. Dort werden die Profis im neuen weißen Heimtrikot mit den charakteristischen Nadelstreifen abgelichtet. Die ausgesuchten Locations – zum Beispiel ein typischer Berliner «Späti» – sollen die Vielfalt des Nationalteams widerspiegeln.Für 17.30 Uhr hat Löw das erste Training im Stadion von Fußball-Bundesligist Fortuna Düsseldorf angesetzt. Nicht dabei sind Marco Reus und Kai Havertz, die verletzt absagen mussten.Diesmal hat der Bundestrainer mit vier Einheiten auf dem Platz mehr Vorlauf vor der ersten Ppartie als noch an den Spieltagen im September und Oktober. In der EM-Qualifikationsgruppe C rangiert die DFB-Auswahl vor den abschließenden Länderspielen gegen Weißrussland am Samstag in Mönchengladbach und drei Tage später in Frankfurt gegen Nordirland punktgleich mit den Niederlanden auf dem zweiten Platz.Nordirland folgt drei Punkte dahinter und hat auch noch eine kleine Chance auf eines der beiden Direkttickets für die EM. Sollten die Briten gegen Oranje am Samstag allerdings verlieren, würde Löws Team bereits ein Remis gegen Weißrussland für die Teilnahme an der Endrunde vom 12. Juni bis 12. Juli 2020 genügen.

Drei Mal Ironman-Weltmeister: Frodeno: Außerhalb vom Triathlon kann ich gut verlieren

Seine Kinder lässt er gewinnen. Sie hätten ihn auch geerdet, sagt Jan Frodeno.In einem Interview der Deutschen Presse-Agentur spricht der dreimalige Ironman-Weltmeister auch über die Entstehung seines «Grundhungers», der ihn zum Topstar der Triathlon-Szene gemacht hat.Empfinden Sie so etwas wie Stolz?Jan Frodeno: Ich würde mich nicht als stolzen Menschen bezeichnen. Ich bin ein lebensfreudiger Mensch. Ich kann genießen, ich kann vor Freude einfach losschreien. Aber mit dem Schulterklopfen habe ich es nicht mehr so.Wie hat sich der Jan Frodeno von 2008, der Olympiasieger, von Jan Frodeno aus dem Jahr 2019, dem dreimaligen Hawaii-Gewinner, verändert?Frodeno: Die Grundmotivation ist eine andere. Damals wollte ich diesen Erfolg der Anerkennung halber so sehr. Ich habe dann sehr viel daraus gemacht, es sehr genossen. Es war damals der größte Moment für mich, mitten im Rampenlicht zu stehen. Inzwischen ist es etwas anderes, etwas Inneres, Tieferes. Diese Suche nach diesem perfekten Rennen, der eigenen Verbesserung und dem, was geht. Es gibt mir mittlerweile deutlich mehr, von jemanden zu hören, dass er über mich zum Sport gekommen ist, als dass ich so ein toller Typ bin, weil ich den Sport mache.Nicht wenige bezeichnen Sie als den Größten aller Zeiten in ihrem Sport – wie nehmen Sie das wahr?Frodeno: Es ist schön, und ich fühle mich geehrt. Es ist aber auch sehr, sehr schwer, Menschen und Persönlichkeiten über Jahrzehnte hinweg zu vergleichen. Es ist wie jede andere Anerkennung eine äußere Anerkennung, ein Empfinden. Wenn jemand das so findet, ist es total cool. Wenn nicht, ist das auch vollkommen okay. Ich werde mich selbst daran nicht messen und sicherlich nicht hinstellen und sagen, ich bin der Größte aller Zeiten.Inwiefern hat Sie das Vater-sein verändert, weiter entwickelt oder auch geerdet?Frodeno: Meine Kinder haben mich auf jeden Fall sehr geerdet. Sie haben mir relativ deutlich gemacht, dass der Sport doch nur die schönste Nebensache der Welt ist. Für mich gibt es nichts Wichtigeres als das Wohl meiner Kinder. Es ist auch krass zu sehen in so einem egozentrischen Dasein, das man als Sportler führt, dass das Herz doch noch wachsen kann und alles andere egal ist, sobald es einem von den beiden nicht gut geht. Ich hätte das nicht gedacht, früher war ich kein Kindertyp. Es ist für mich aber jetzt einfach fantastisch, die Welt aus einer ganz anderen Perspektive noch mal zu sehen.Haben Ihre Kinder Sie auch noch stärker gemacht?Frodeno: Mit Sicherheit haben sie mich stärker gemacht, weil sie mir meine Ziele nicht genommen, mir aber einen Fokus auf das Wesentliche gegeben haben.Können Sie ihre Kinder gewinnen lassen?Frodeno: Ja, ja, ich lasse sie immer gewinnen. Außerhalb vom Triathlon kann ich sehr gut verlieren. Der Ehrgeiz beschränkt sich mittlerweile fast nur noch auf den Wettkampf.Sie sagen, dass Geld allein Ihnen nicht wirklich viel bedeutet. Inwiefern trägt Ihre finanzielle Situation aber auch zu ihrer Ausgeglichenheit bei?Frodeno: Ich kann als einer von wenigen sagen, dass ich mit viel, viel weniger angefangen habe als viele andere. Ich habe mich schon mal wochenlang von Haferflocken ernährt, weil die Packung nur 19 Cent gekostet hat. Ich habe der Sporthilfe extrem viel zu verdanken, weil ich mir durch diese 200 Euro mein Leben über zwei Jahre komplett finanziert habe. Ich hatte keine Krankenversicherung, weil ich sie mir einfach nicht leisten konnte. Dadurch, dass ich nicht im deutschen System war, hatte ich auch keine gesetzliche Krankenversicherung. All das hat mir gezeigt, dass Geld zwar schön, aber nicht entscheidend ist. Für mich ist aus dieser Situation eine gewisse Not entstanden. Aus dieser Situation ist auch mein Grundhunger entstanden, Erfolg zu haben, mein Leben irgendwann mal so gestalten zu können. Ich hatte keine Angst, weil ich es als Chance gesehen habe.Sie sprachen eben vom Grundhunger. Denken Sie, dass es in einem Leben Knackpunkte gibt, die aus Top-Sportlern Weltklassesportler machen?Frodeno: Mit Sicherheit. Es gibt diese Besessenheit, die alle verbindet. Ich glaube, eine gewisse Besessenheit entsteht immer aus einem gewissen Notstand. Wenn man sich mal die Kulinarik weltweit anschaut: Wo entstehen neue Sachen, wo entsteht Kreativität? Dort, wo es Notstand gibt. Es tut mit sehr leid für alle Amerikaner, wenn sie das lesen, aber deswegen wird es mit der amerikanischen Küche nichts, weil es dort schon immer einen Überfluss an allem gab. Kreativität war nicht notwendig. In anderen Lebensbereichen ist das auch so: Ein gewisser Notstand ruft diesen Überlebensinstinkt in uns hervor. Wenn man den kanalisieren kann, kann man sehr weit kommen.ZUR PERSON: Jan Frodeno (38) ist der einzige Triathlet, der Olympiasieger (2008) wurde und den WM-Titel über die Ironman-Distanz holte. Insgesamt wurde er dreimal Weltmeister auf Hawaii, zuletzt vor rund einem Monat. Frodeno ist verheiratet mit der australischen Triathlon-Olympiasiegerin von 2008, Emma Snowsill, das Paar hat zwei Kinder.

Nachhaltigkeitsstrategie: Formel 1 kündigt ehrgeiziges Umweltprogramm an

Die Formel 1 will mit einem «ehrgeizigen» Plan bis 2030 zum Umweltschutz beitragen. Die Königsklasse des Motorsports kündigte ein Programm für einen Netto-Null-Kohlenstoff-Fußabdruck bis in elf Jahren an.Das Projekt solle umgehend beginnen, damit die Formel 1 ein nachhaltigerer Sport werde, heißt es in einer Mitteilung. So soll auch dafür gesorgt werden, dass die Reise- und Logistikaktivitäten «ultra-effizient» werden und Büros, Einrichtungen und Werke mit zu hundert Prozent erneuerbaren Energien betrieben werden. Jüngst hatte die Formel 1 allerdings erst die Ausweitung des Rennkalenders auf eventuell 25 Rennen in Aussicht gestellt.«Mit der ersten Nachhaltigkeitsstrategie der Formel 1 erkennen wir die entscheidende Rolle an, die alle Organisationen bei der Bewältigung dieses globalen Problems spielen müssen», sagte Geschäftsführer Chase Carey.Bis 2025 sollen alle Veranstaltungen nachhaltig sein. Das bedeute, dass entsprechende Materialien verwendet werden und beispielsweise Plastik zum einmaligen Gebrauch verbannt werden soll. Auch Anreize für Fans sollen geschaffen werden, um auf «grünerem Weg» zu den Grand-Prix-Strecken zu kommen.An dem Plan wurde nach Formel-1-Angaben ein Jahr intensiv gearbeitet. Neben Vertretern des Automobilweltverbandes FIA waren auch Nachhaltigkeitsexperten, die Teams, Veranstalter und weitere Partner beteiligt. Es sei ein «ambitionierter, aber erreichbarer Plan», heißt es. «Unser Engagement für den weltweiten Umweltschutz ist entscheidend», sagte FIA-Chef Jean Todt.

Lil Reese: Musiker in Chicago niedergeschossen

Der US-amerikanische Rapper Lil Reese (28, „What It Do“) schwebt in Lebensgefahr. Wie unter anderem der regionale Nachrichtensender „Fox 32 Chicago“ berichtet, wurde der Musiker am Montagnachmittag in Country Club Hills, einem Vorort südwestlich von Chicago, niedergeschossen. Die Polizei teilte demnach mit, dass Beamte am Tatort zunächst nur das Auto von Reese vorfanden. Blutspuren auf dem Fahrersitz und vor dem Fahrzeug hätten jedoch auf ein Verbrechen hingedeutet.Deswegen habe man umliegende Kliniken abgesucht und dort einen Mann vorgefunden, der wegen einer schweren Schussverletzung behandelt wurde: Es handelte sich um Lil Reese. Ein Zeuge habe den Rapper unmittelbar nach dem Angriff in ein nahes Krankenhaus gebracht. Dem Bericht zufolge traf ihn eine Kugel im Nackenbereich. Nach der Erstversorgung wurde er in ein größeres Krankenhaus verlegt. Sein Zustand soll kritisch sein.Bereits mehrfach vorbestraftLil Reese, der mit bürgerlichem Namen Tavares Taylor heißt, stammt aus Chicago, der größten Stadt des US-Bundesstaates Illinois und steht beim renommierten Label Def Jam Records unter Vertrag. Er arbeitete bereits mit zahlreichen großen Hip-Hop-Künstlern zusammen, darunter auch Drake (33), Chief Keef (24), Rick Ross (43), Jeezy (42) oder Twista (45).Mehrfach kam Lil Reese in den vergangenen Jahren mit dem Gesetz in Konflikt. So wurde er 2010 wegen mehrerer Einbrüche zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt. 2012 wurde ein Video veröffentlicht, dass ihn bei einem tätlichen Angriff auf eine Frau zeigt. 2013 musste er sich wegen Diebstahls und Drogenbesitzes vor Gericht verantworten.

Prozess wegen versuchten Mordes: Fetisch als Motiv? Falscher Arzt soll Frauen zu Stromstößen vor der Webcam gedrängt haben

Ein Fremder gibt im Internet lebensgefährliche Stromschläge in Auftrag, verspricht Geld – und die angeblichen Probandinnen machen mit. Am Landgericht München II startet am Vormittag (9.30 Uhr) ein Aufsehen erregender Prozess: Ein 30 Jahre alter Mann ist wegen versuchten Mordes an 88 Frauen und Mädchen angeklagt. Er soll sie mittels des Kommunikationsprogramms Skype dazu gebracht haben, sich selbst lebensgefährliche Stromschläge zuzufügen.Die zuständige Staatsanwaltschaft München II spricht von einem „ungewöhnlichen Fall“. Ein Fetisch soll das mutmaßliche Motiv des Angeklagten sein. Es soll ihn sexuell erregt haben, wenn eine Frau durch einen Stromschlag Schmerzen erleidet. 88 Fälle in München angeklagtNach Angaben des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord hatte der heute 30 Jahre alte Mann aus dem Raum Würzburg von 2014 an über das Internet Kontakt zu seinen meist sehr jungen Opfern aufgenommen. Er fand sie, weil sie in Kleinanzeigen nach einem Nebenjob suchten. Und den bot er ihnen an. Laut der zuständigen Ermittlungsgruppe „EG Strom“ bei der Kriminalpolizei Fürstenfeldbruck gab der Mann sich als Mediziner einer renommieren Universität aus. Er behauptete, Teilnehmerinnen für eine wissenschaftliche Studie zu suchen und bot dafür Geld. „Lebensgefährliche Bewerbung für einen Nebenjob“, schrieb die Polizei, als der Fall im vergangenen Jahr bekannt wurde. Taser Einsatz gegen Fluggast in den USA 2045Über Skype, so die Vorwürfe, wies er die Mädchen und jungen Frauen an, Apparate zu bauen, um sich selbst lebensgefährliche Elektroschocks zuzufügen. Diese Videochats zeichnete er auf – um sie sich immer wieder ansehen zu können. Auf die Spur des IT-Fachmanns aus dem Landkreis Würzburg kamen die Ermittler, nachdem ein 16 Jahre altes Opfer des Mannes Anzeige erstattet hatte. Im Februar 2018 wurde er festgenommen, seither sitzt er in Untersuchungshaft. 120 Opfer aus ganz Deutschland sollen laut Polizei auf ihn hereingefallen sein. Dass nur 88 Fälle davon nun angeklagt sind, liegt nach Angaben der Staatsanwaltschaft daran, dass „in den weiteren untersuchten Fällen (…) eine Strafbarkeit nicht gegeben oder nicht nachweisbar“ sei.Mann soll „Teilgeständnis“ abgelegt habenBei der Auswertung der sichergestellten Datenträger fanden sich nach Polizeiangaben mehr als 200 Videoaufzeichnungen, die der Festgenommene von seinen angeblichen Probanden angefertigt hatte. Laut Polizei hatte der Mann bei den Verhören im vergangenen Jahr ein „Teilgeständnis“ abgelegt. Auch die Staatsanwaltschaft bestätigte, dass er sich zu den Vorwürfen geäußert hat, ließ aber offen, wie. Nun muss sich der 30-Jährige wegen versuchten Mordes, gefährlicher Körperverletzung, Missbrauch von Berufsbezeichnungen und anderen Delikten vor dem Landgericht München II verantworten. Für den Prozess gegen den gebürtigen Würzburger sind zunächst 15 Verhandlungstage bis zum Januar angesetzt.

Möglicher Weltraumbahnhof in Deutschland

Ein Weltraumbahnhof in Rostock-Laage oder in Nordholz bei Cuxhaven? Solche Pläne gibt es. In Mecklenburg-Vorpommern laufe bis 2020 ein Gutachten, das den Flughafen in Rostock als Standort prüfe, erklärte eine Sprecherin des dortigen Energieministeriums. Zuvor hatte das «Handelsblatt» darüber berichtet. Auch der Flughafen Nordholz/Cuxhaven sei im Gespräch. Von dort sollten jedoch keine «Space-Shuttles» ins All geschossen werden, betonte die Ministeriumssprecherin bezüglich des Rostocker Flughafens. Es gehe lediglich um Starts von kleinen Trägerraketen.

Konjunktur schwächelt: Abschwung in China schlägt auf deutsche Firmen durch

Die schwächelnde Wirtschaft in China wirkt sich deutlich auf das Geschäft deutscher Firmen vor Ort aus. «Die Erwartungen der deutschen Unternehmen sind so niedrig wie seit Jahren nicht mehr», teilte die deutsche Handelskammer (AHK) in Peking anlässlich der Veröffentlichung ihrer jährlichen Mitgliederbefragung zum Geschäftsklima mit.Demnach gingen lediglich ein Viertel (27 Prozent) der deutschen Unternehmen noch davon aus, in diesem Jahr ihre Geschäftsziele in der Volksrepublik erreichen zu können. Insbesondere in den Branchen Automobil und Maschinenbau -den traditionell starken Sektoren der deutschen Wirtschaft- sind die Vorhersagen signifikant zurückgegangen.Die Stimmung der Firmen leide unter der sich verlangsamenden Konjunktur Chinas gepaart mit den Auswirkungen des Handelskonfliktes, teilte die Kammer mit. So fühlen sich 83 Prozent der deutschen Unternehmen direkt oder indirekt vom Handelskrieg zwischen China und den USA betroffen.Auch für kommendes Jahr seien nur zaghafte Anzeichen einer Erholung auszumachen. «2020 wird sehr wahrscheinlich durch die vom Handelskonflikt und der Abschwächung des globalen sowie chinesischen Wirtschaftswachstums bedingten Unsicherheiten geprägt sein», sagte Jens Hildebrandt, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Deutschen Handelskammer in Peking.Zwar sei China nach wie vor ein wichtiger Markt, der für die befragten Unternehmen wertvolle Geschäftsmöglichkeiten biete. Allerdings seien die Wachstumspotenziale deutscher Unternehmen in China durch Marktzugangsbeschränkungen sowie komplexe regulatorische Rahmenbedingungen weiterhin begrenzt.Dabei stellen indirekte Beschränkungen wie die Vergabe von Lizenzen, unverhältnismäßige Ausschreibungsverfahren, eine mangelnde Beteiligung an der Entwicklung von Industriestandards und unzureichende Vorlaufzeiten bei der Umsetzung neuer Vorschriften laut Kammer die größten Hürden für deutsche Unternehmen dar.Für etwa jeden zweiten Befragten waren Rechtsunsicherheit und die diffusen rechtliche Rahmenbedingungen sowie Technologietransfer die bedeutsamsten Herausforderungen im China-Geschäft.Die Kammer appellierte, auf den Abschluss eines umfassenden Investitionsabkommens zwischen der EU und China hinzuarbeiten. Ein Abkommen, das einen fairen Marktzugang umfasst, würde neue Impulse setzen und die deutsch-chinesischen Wirtschaftsbeziehungen «auf eine neue Stufe heben», sagte Hildebrandt.Chinas Wirtschaftswachstum lässt nach, im dritten Quartal des Jahres war die Zuwachsrate mit 6,0 Prozent so niedrig wie seit fast drei Jahrzehnten nicht mehr. Als Ursachen nannten Experten den Handelskrieg der USA mit China, die Verunsicherung von Investoren und die chinesischen Bemühungen, gegen die wachsende Verschuldung anzugehen.Das langsamere Wachstum in den USA und China durch den Handelskrieg der beiden größten Volkswirtschaften bremst die Weltwirtschaft und verschlechtert auch die Aussichten für Deutschland. Zuletzt hatten Peking und Washington jedoch signalisiert, ein Abkommen zur Entspannung des Konfliktes schließen zu wollen.

Ende der Ära Wagenknecht bei der Linken

Berlin (dpa) – Die Linksfraktion im Bundestag entscheidet heute über ihr künftiges Spitzenpersonal. Bei der Vorstandswahl tritt die bisherige Fraktionsvorsitzende Sahra Wagenknecht nicht mehr an. Ihr Co-Vorsitzender Dietmar Bartsch bewirbt sich um eine weitere Amtszeit und gilt als männlicher Part des künftigen Führungsduos als gesetzt. Auf Wagenknechts Position haben sich die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Caren Lay und die niedersächsische Abgeordnete Amira Mohamed Ali beworben.