Kanadische Ermittler bekommen im Iran voraussichtlich Zugang zu Flugschreibern

Kanadische Ermittler werden im Iran voraussichtlich Zugang zum Wrack und den Flugschreibern des abgeschossenen Passagierflugzeugs erhalten. Dies sehe die iranische Einladung an Kanada zur Teilnahme an der Untersuchung vor, sagte die Chefin der kanadischen Verkehrssicherheitsbehörde TSB, Kathy Fox, am Montag in Ottawa. Es gebe Anzeichen dafür, dass der Iran ihrer Behörde eine „aktivere Rolle“ zugestehen wolle, als „normalerweise erlaubt ist“. Zwei kanadische Ermittler wurden in Kürze in Teheran erwartet. Zwei weitere sollen in den nächsten Tagen oder Wochen dorthin reisen. Beim Abschuss der ukrainischen Passagiermaschine nahe Teheran durch eine iranische Boden-Luft-Rakete waren alle 176 Insassen getötet worden. Unter den Todesopern waren 57 Kanadier. „Wir wissen, was passiert ist. Was wir nicht wissen, ist, warum es passiert ist“, sagte Fox. Als offene Fragen nannte sie, ob der Raketenbeschuss absichtlich gewesen sei oder nicht und warum der Luftraum angesichts des dramatisch eskalierten Konflikts zwischen dem Iran und den USA offen gehalten worden war.Die iranische Regierung hatte erst nach tagelangen Dementis zugegeben, dass die Maschine von einer iranischen Rakete abgeschossen worden war. Staatschef Hassan Ruhani bezeichnete dies als „menschlichen Fehler“. Kurz vor dem Abschuss des Passagierflugzeugs am Mittwoch vergangener Woche hatte der Iran zwei von den US-Streitkräften genutzte Stützpunkte im Irak mit Raketen angegriffen. Am Donnerstag soll in London ein erstes Koordinationstreffen der Außenminister von Staaten stattfinden, aus denen bei dem Absturz Menschen ums Leben kamen. Teilnehmen werden die Chefdiplomaten aus Afghanistan, Großbritannien, Kanada, Schweden und der Ukraine, wie der kanadische Außenminister Francois-Philippe Champagne mitteilte. Ziel des Treffens sei es, den Druck auf den Iran Teheran aufrechtzuerhalten, damit das Land den ausländischen Ermittlern vollen Zugang zu Beweismaterial gewähre und die Untersuchung transparent führe, schrieb Champagne im Internetdienst Twitter. Auch werden die Außenminister nach seinen Angaben über die angestrebten Entschädigungen für die Familien der Opfer beraten.