Nachhaltigkeit: Dieser Mann hat ein Jahr keine Lebensmittel gekauft – so geht es ihm heute

Er war in keinem einzigen Supermarkt, das ganze Jahr über nicht im Restaurant, nicht mal für einen Drink in einer Bar: Rob Greenfield hat gegärtnert, gefischt und gesammelt, um nachhaltiger zu leben – und andere zu ermutigen, das Gleiche zu tun. Das war nicht immer so.2011 konsumierte Rob Lebensmittel, ohne viel darüber nachzudenken. Dann schaute er immer mehr Dokumentationen und begann viel über Ernährung zu lesen. Und es kam der Wendepunkt: Er stellte fest, dass er den Planeten, den er so liebte, mit jedem Bissen verzehrte. „Ich habe geschworen, meine Essgewohnheiten zu ändern und andere zu inspirieren“, schreibt er in einem Essay im „Guardian“. „Im nächsten Jahr habe ich über 100 verschiedene Lebensmittel in meinen Gärten angebaut. Dazu gehörte ein Dutzend verschiedenes Grünzeugs, das voll von Nährstoffen ist, Süßkartoffeln für meinen Kalorienbedarf, köstliche Früchte wie Papayas und Bananen, Gemüse wie Kürbisse und Karotten, Bohnen und Rüben sowie Kräuter und Paprika.“ Außerdem hat er selber Bienen gezüchtet. Urban gardening in der StadtWer jetzt denkt, dass Rob auf einer großen Farm auf dem Land lebte, der irrt. Er wohnte nur wenige Kilometer vom Stadzentrum Orlandos im US-amerikanischen Florida, entfernt. Er hatte auch gar keinen Garten, sondern fragte Nachbarn, ob er ihre Rasen zu Gärten umfunktionieren dürfte. Im Gegenzug würde er seine Ernte mit ihnen teilen. Außerdem brauchte er einen Platz zum Wohnen, eine 60-jährige Frau, die auch nachhaltiger leben wollte, bot ihm einen Platz in ihrem Hinterhof an. Dort baute sich Rob ein 100 Quadratmeter großes Tiny House. Den Garten der Dame verwandelte er in einen Natursupermarkt, er fing das Regenwasser auf, stellte einen Kompost auf und baute frisches Obst und Gemüse an.Die Hälfte seiner Lebensmittel stammte aus seinem Garten, die andere Hälfte aus der Natur. Über 200 Lebensmittel sammelte er: Rob erntete Salz vom Meer, pflückte Kokosnüsse, sammelte Früchte von Hunderten Bäumen, fing Fische in den Flüssen, Seen und im Meer, sammelte Pilze in den Wäldern und pflückte nährstoffreiche Kräuter aus den Gärten der Nachbarn. Er war nie krankDoch nach etwa acht Monaten hatte er Mangelerscheinungen: Ihm fehlten Proteine und Fette. Die Ausbeute seiner Fischerei war zu gering. Also aß er auch Rehe, die von Autos totgefahren wurden. Damit tankte er wieder Energie auf.Auch seine eigene Medizin baute der Amerikaner an: Kurkuma und Ingwer, Holunder für Sirup um Erkältungen und Grippe vorzubeugen. Er fermentierte Gemüse und produzierte Honigwein und Ingwerbier. Nie zuvor hat er sich so gut ernährt wie in diesem Jahr. Krank wurde er kein einziges Mal. Er vertraute ganz auf die Natur und wurde nicht enttäuscht. Seine Erfahrungen möchte er jetzt mit anderen teilen. Er gibt Talks und berät Menschen, wie sie ihr eigenes Obst und Gemüse anbauen können, um autarker und umweltbewusster zu leben.Lesen Sie hier den ganzen Text von Rob Greenfield im „Guardian“

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