Mutmaßliche rechte Terrorzelle – Entscheidung über U-Haft

Nach der Zerschlagung einer mutmaßlichen rechten Terrorzelle sollen die zwölf Festgenommenen heute dem Haftrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt werden. Dazu werden die Beschuldigten nach Karlsruhe gebracht. Der Ermittlungsrichter entscheidet, ob die Verdächtigen in Untersuchungshaft kommen oder freigelassen werden müssen. Die Bundesanwaltschaft hatte gesternvier mutmaßliche Mitglieder der Gruppe und acht mutmaßliche Unterstützer festnehmen lassen. Davor hatte es Razzien in sechs Bundesländern gegeben.

Inzwischen mehr als 1500 Todesopfer durch Coronavirus in China

Die Zahl der Todesopfer durch das neuartige Coronavirus in China ist auf mehr als 1500 gestiegen. Wie die Gesundheitsbehörden der besonders betroffenen Provinz Hubei am Samstag mitteilten, starben dort weitere 139 Menschen an den Folgen der Erkrankung. Damit stieg die Zahl der Todesopfer in China seit dem Auftauchen des Virus im Dezember aus mindestens 1519.Die Provinz Hubei meldete zugleich 2420 neue Fälle einer Infektion mit dem Virus. Chinaweit infizierten sich damit bislang mehr als 66.000 Menschen.Zunehmend sind auch Mitarbeiter des Gesundheitswesens von dem Virus betroffen. Nach Behördenangaben infizierten sich bislang mehr als 1700 Ärzte und Pfleger, sechs von ihnen starben.

Demo gegen Ministerpräsidentenwahl in Thüringen

Auch nach dem Rücktritt des Thüringer Ministerpräsidenten Thomas Kemmerich reißen die Proteste gegen seine Wahl mit Stimmen der AfD nicht ab. Für heute haben der Deutsche Gewerkschaftsbund und weitere Organisationen zu einer Demonstration in Erfurt aufgerufen. Nach Angaben der Stadtverwaltung werden bis zu 10 000 Teilnehmer erwartet. Die Veranstalter haben unter dem Motto «#Nichtmituns: Kein Pakt mit Faschist*innen – niemals und nirgendwo!» bundesweit für die Demonstration mobilisiert.

Kurz wünscht sich politische Klarheit in Deutschland

Der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz erwartet keine negativen Auswirkungen der ungeklärten Führungsfrage in der CDU auf europäischer Ebene. Für die deutsche Ratspräsidentschaft in der Europäischen Union im zweiten Halbjahr habe er «überhaupt keine Bedenken», sagte Kurz am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz. Deutschland sei ein großes und sehr starkes Land mit einer ausgezeichneten Verwaltung. Deswegen sei erüberzeugt davon, dass diese Ratspräsidentschaft eine starke sein werde.

Verletzte bei Randale nach Spiel St. Pauli – Dresden

Hamburg (dpa) – Bei den Ausschreitungen einiger Dresdner Fußball-Fans nach dem Zweitliga-Spiel des FC St. Pauli gegen die SG Dynamo hat es offenbar Verletzte gegeben.Zwischen den Fans der beiden Clubs herrscht seit Jahren ein angespanntes Verhältnis. Nach dem 0:0 hatten Dynamo-Anhänger versuchten, aus ihrem Stehplatz- Block in den Sitzplatzbereich mit St. Pauli-Fans zu klettern. Die Randalierer griffen Ordner an, die sie hindern wollten. Dabei wurden einige Sicherheitsleute verletzt. Erst durch den Einsatz der Polizei konnte die Situation beruhigt werden.

Ein Toter und Verletzte bei Auseinandersetzung in Berlin

Bei einer Auseinandersetzung nahe des Tempodroms in Berlin ist ein Mensch gestorben. «Vier weitere wurden verletzt und von Sanitätern versorgt», sagte ein Sprecher der Feuerwehr am späten Freitagabend. Drei der verletzten Personen hätten sich selbst auf den Weg ins Krankenhaus gemacht, hieß es. Die Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz. «Zu den Hintergründen können wir derzeit noch gar nichts sagen», sagte ein Polizeisprecher.

Zoobesuch statt Kanzleramt: Promi-Geburtstag vom 15. Februar 2020: Berthold Huber

Für seinen 70. Geburtstag hat Berthold Huber einen Besuch des Frankfurter Zoos mit seiner Enkelin geplant. Abends werde er noch mit seiner Familie essen gehen, sagt der frühere IG-Metall-Chef, zu dessen Ehren noch vor zehn Jahren Angela Merkel (CDU) zum Dinner ins Kanzleramt geladen hatte.2010 war Huber auf dem Höhepunkt seines Einflusses, nachdem er sich in der Weltwirtschaftskrise 2008/2009 zum Chefpragmatiker der deutschen Wirtschaft entwickelt hatte.Abwrackprämie, verlängerte Kurzarbeit, Bürgschaften für klamme Unternehmen sowie ein moderater Tarifabschluss, den Huber undogmatisch mit seinem langjährigen Verhandlungspartner Martin Kannegiesser vom Arbeitgeberverband Gesamtmetall aushandelte: Die IG Metall hat in der Krise nach der Lehman-Pleite großen politischen Einfluss gewonnen.Ergebnis des korporativen Krisenmanagements war das «German Jobwunder»: Die Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie konnten ihre Fachkräfte halten und unerwartet schnell wieder aus der Talsohle herausfinden. «Ohne Frau Merkel wäre das nicht gegangen. Und ohne den damaligen Arbeitsminister Olaf Scholz (SPD) auch nicht», sagt Huber heute.Gute sechs Jahre nach seinem Abschied von der Gewerkschaftsspitze (2007-2013) verfolgt der Sozialdemokrat das Geschick der deutschen Industrie und ihrer Arbeiterschaft noch sehr genau, wenngleich er die schwierigen Aufsichtsratsmandate bei den Flaggschiffen VW und Siemens längst aufgegeben hat. «Die heutige Situation ist mit 2008/2009 gar nicht vergleichbar», sagt Huber. «Wir stehen vor einer großen Transformationsaufgabe, stecken aber nicht in einer allgemeinen Wirtschafts- und Finanzkrise.»Wie sein Nach-Nachfolger Jörg Hofmann zeigt er sich tief besorgt über fehlende Konzepte vor allem kleinerer Zulieferer für die Digitalisierung und die Zeit nach dem Verbrennungsmotor. Den allzu schnellen Konzepten von Werkschließungen und Produktverlagerungen müsse die Gewerkschaft die eigene Stärke und bessere Lösungen entgegensetzen, um möglichst viel Beschäftigung zu halten. «Man muss sich einmischen. Wir brauchen den fairen Wandel», erklärt Huber. Mit den Arbeitgebern will die Gewerkschaft aktuell über gemeinsame Tarifstrategien verhandeln. Das findet Huber gut, greift aber auch im Hintergrund nicht ein.Huber will möglichst viel Zeit mit der Familie verbringen, bei der er nach eigener Einschätzung noch ein gewaltiges Zeit- und Zuwendungsdefizit abzubauen hat. «Ich war ja eher ein Schatten, nie anwesend.» Huber lebt mit seiner Ehefrau in Oberursel bei Frankfurt, hat in den vergangenen Jahren auch die meisten Ehrenämter abgegeben. Neben den beiden 16 und 20 Jahre alten Kindern aus dieser Beziehung hat Huber noch eine ältere Tochter, die vor eineinhalb Jahren die erste Enkelin in die Familie geboren hat. Seine Freizeit verbringt Huber mit «Musik aller Richtungen», Literatur und gutem Journalismus. «Ich bin ein ewiger Leser», sagt er über sich selbst.Co-Management statt Klassenkampf – dieses Motto hat das Gewerkschafterleben des Schwaben geprägt. Angefangen hatte Huber als sozialistischer Weltverbesserer – geprägt von 68er-Zeitgeist und Lehrlingsbewegung wurde er als Betriebsrat im Kässbohrer-Werk Ulm aber auch sehr schnell mit konkreten betrieblichen Problemen konfrontiert. Nach 14 Jahren im Betrieb änderte der Werkzeugmacher mit Abitur sein Leben noch einmal radikal und begann ein Studium der Philosophie und Geschichte an der Goethe-Universität Frankfurt.Noch heute zitiert Huber gerne Karl Marx, um in der praktischen Gewerkschaftsarbeit aber dann doch lieber pragmatische Meilensteine wie das «Pforzheimer Abkommen» zu setzen, das seit 2004 die Flächentarifverträge flexibler macht, wenn ein Unternehmen in Schwierigkeiten geraten ist. Wirtschaftspolitisch stehen Huber und sein Nachfolger Detlef Wetzel für die Weiterentwicklung des rheinischen Kapitalismusmodells, wie der Gewerkschaftsforscher Wolfgang Schroeder analysiert hat. Gemeinsam bauten Huber und Wetzel die Gewerkschaft kräftig um und sicherten ihr weiteres Mitgliederwachstum.Einen tiefen Einschnitt hat der von der Universität zurückgekehrte Gewerkschaftsfunktionär erlebt, als er aus dem Westen entsandt wurde, um die IG Metall im Gebiet der früheren DDR mit aufzubauen. «Der real existierende Sozialismus hatte Verwüstungen im Wirtschaftssystem und bei den Menschen hinterlassen.» Er habe damals beschlossen, sich aktiv an der Suche nach besseren Lösungen zu beteiligen. «Ich bin dort vom theoretischen Sozialisten zu einem realen Reformer und überzeugten Verfechter der Mitbestimmung geworden.»

TV-Tipp: Ostfriesengrab

Die Kommissarin ist geblieben, jedoch ihre Darstellerin ist neu: Im ZDF-«Ostfriesenkrimi» hat Julia Jentsch die Rolle der Ann Kathrin Klaasen übernommen.Im vierten Teil der Reihe ist sie am Samstag (15. Februar, 20.15 Uhr) erstmals als neue Ermittlerin zu sehen. Die hat einen nicht ganz alltäglichen Fall zu lösen – der sie überdies mit dem noch immer ungeklärten Mord an ihrem Vater konfrontiert. Mit «Ostfriesengrab» ist der Tausch der Hauptdarstellerin gelungen – spannend und stimmungsvoll inszeniert von Regisseur Stefan A. Lukacs.Ein wenig irritiert könnte der Fernsehzuschauer dennoch kurz sein. Marschierte Julia Jentsch doch erst kürzlich noch in der Erfolgsreihe «Der Pass» als Ermittlerin im roten Anorak durch den alpenländischen Schnee. Nun ist sie wieder als sehr eigenwillige Kommissarin einem Serientäter auf der Spur. Und ihr Vater, lag der nicht kürzlich noch im Koma? Nein, das war in der ZDF-Reihe «Helen Dorn», in der Schauspieler Ernst Stötzner ebenfalls den Vater der Kommissarin und einen ehemaligen Polizisten spielt.Ist die Personalfrage jedoch erst einmal geklärt, nehmen Ann Kathrin Klaasen und ihr Team den Zuschauer mit auf die Suche nach dem Unbekannten, der zuerst eine junge Frau in einem Baum aufknüpft. Das Opfer war mit dem einstigen Häftling Dieter Meuling (Anton Noori) liiert. Der malt nun Bilder und gerät sofort unter Verdacht. Das Paar hatte sich getrennt. Für Klaasens Kollegen Frank Weller (Christian Erdmann) ist der Fall klar. Meuling wird festgenommen – und beteuert seine Unschuld.Dann beginnen die Dinge zunehmend aus dem Ruder zu laufen. Meuling behauptet zu wissen, wer Klaasens Vater erschossen hat. Der Ermittlerin gelingt es nicht mehr, Job und Privates zu trennen. Sie will Meuling zwingen, ihr Details zu verraten, Meuling gelingt die Flucht. Kurz darauf taucht eine zweite Frauenleiche auf.Gerade dieser Konflikt der Kommissarin zwischen Privat- und Berufsleben ist es, der Julia Jentsch gereizt hat, die Rolle der Ann Kathrin Klaasen zu übernehmen, wie sie der Deutschen Presse-Agentur sagte. «Da ist der unaufgeklärte Mord an ihrem Vater, der sie beschäftigt und zu dem sie parallel recherchiert.» Dazu komme die Konstellation mit ihrem Kollegen Frank Weller, der mehr und mehr zu ihrem Lebenspartner werde.Weller will Klaasen vor weiteren Fehlern schützen. Zusammen mit dem liebenswürdig-naiven Polizisten Rupert (Barnaby Metschurat in einer bereichernden Nebenrolle) verfolgt er Meuling. Als der Verdächtige stirbt, reißt die Mordserie jedoch nicht ab. Und mit der dritten Leiche hat der tote Meuling nun definitiv nichts mehr zu tun. Offensichtlich waren die Ermittler dem falschen Mann auf den Fersen. Nun wird die Ermittlung zu einem Wettlauf gegen die Zeit, denn es deutet sich ein bevorstehender vierter Mord an. Den wollen Klaasen und Co. unbedingt verhindern.Zur Vorbereitung auf die Rolle hat sich Jentsch die drei Folgen mit Christiane Paul zwar angeschaut, wie sie sagt, jedoch habe sie viel Freiraum, wie sie die Ermittlerin darstellen wolle. «Vieles, was die Kommissarin ausmacht, ist ohnehin von der Buchvorlage vorgegeben. Die Familien- und Beziehungskonstellationen zum Beispiel.»Verwechslungsgefahr zwischen dem «Ostfriesenkrimi« und «Der Pass» fürchtet die 41-Jährige nicht. Beide Reihen gehen im Übrigen weiter. Während beim Ostfriesenkrimi schon die nächste Folge im Kasten ist, laufen zur zweiten Staffel von «Der Pass» gerade die Dreharbeiten.

Angriff auf Dorf im Zentrum Malis: Mindestens 21 Tote

Im Zentrum von Mali sind bei einem Angriff auf ein Dorf mindestens 21 Menschen getötet worden. Das Dorf sei von unbekannten bewaffneten Angreifern attackiert worden, teilte Malis Regierung mit. Sie hätten Häuser niedergebrannt und mehrere Menschen würden vermisst. Die UN-Mission in Mali, an der sich auch die Bundeswehr mit bis zu 1100 Soldaten beteiligt, bestätigte den Angriff. Der Hintergrund der Tat ist unklar. In Mali – sowie anderen Länder der Sahelzone – sind etliche bewaffnete Gruppen aktiv, einige haben den Terrorgruppen IS oder Al-Kaida die Treue geschworen.