Präsidentschaftswahlkampf: Die Demokraten (versuchen) zu wählen und wer gewinnt? Donald Trump!

Es gibt in dieser Woche eine Menge Verlierer bei den Demokraten: Da wäre als erstes die Demokratische Partei selber. Sie hat es mehr als einen Tag nach der Abstimmung immer noch nicht geschafft, vollständige Ergebnisse der Vorwahlen von Iowa vorzulegen. Und das, obwohl sie mehr als 30 Stunden Zeit hatte. Und nicht mal 200.000 Demokraten an den Parteiversammlungen teilnahmen. Und obwohl sie die Partei des Fortschritts sein will, die Tech-Partei, die Partei des Silicon Valley – und es nicht schafft, eine funktionierende App für die Ergebnisübertragung zu programmieren. Biden, Klobuchar, Warren – alle verlierenDann wären da die Kandidaten: Der Favorit Joe Biden wurde in Iowa nur Vierter. Er erhielt nach Auszählung von zwei Drittel der Stimmen nur etwa 15 Prozent. Er wollte in Iowa gewinnen. Er hatte genug Zeit, vor Ort für sich zu werben, während Senatoren wie Bernie Sanders und Elizabeth Warren beim Impeachment-Prozess in Washington teilnehmen mussten. Doch Biden gewann nur in wenigen Landkreisen. Und nur auf dem Land. Und nur unter Alten. Und finanziell steht er auch nicht gut da.  Biden ist der große Verlierer.Auch Amy Klobuchar hatte sich mehr versprochen. Die Senatorin aus dem Nachbarstaat Minnesota wurde nur Fünfte und hat keine realistische Chance, eine der nächsten Vorwahlen zu gewinnen.Elizabeth Warren wollte in Iowa eigentlich gewinnen, sie lag in Umfragen lang vorn. Dann wollte sie wenigstens Zweite werden. Nun wurde sie vermutlich nur Dritte. Das reicht, um erstmal weiterzumachen. Aber bei den Vorwahlen in New Hampshire am kommenden Dienstag muss sie siegen oder eine starke Zweite werden. Und vor allem Pete Buttigieg hinter sich lassen.Womit wir bei den Siegern wären, von denen es so richtig keinen gab. Buttigieg lag bei der Auszählung vorn und wollte den Sieg schon verkünden, aber da wurden keine offiziellen Ergebnisse mehr veröffentlicht. Er verkündete dann seinen Quasi-Sieg am Dienstag, aber auch da waren noch nicht genug Stimmen ausgezählt.  Der ehemalige Bürgermeister ist der eigentliche Sieger des Caucus, darf es aber nicht sein.Der Gewinner heißt: Donald TrumpBleibt Bernie Sanders. Er lag in den Umfragen in Iowa vorn, zum Teil deutlich. Nun ist er knapp hinter Buttigieg wohl nur Zweiter geworden. In New Hampshire ist er wieder Favorit. Auch danach in Nevada. Und auch in vielen Staaten, die am „Super Tuesday“ wählen. Aber das Establishment der Partei formiert sich. Es will den alten Sozialisten verhindern. Flügelkämpfe zwischen Linken und moderaten Demokraten sind unvermeidlich. Sie haben längst begonnen.  Der eigentliche Gewinner? Donald Trump. Er wird an diesem Mittwoch beim Impeachment-Prozess im Senat nicht nur freigesprochen. Er hat nicht nur die Aufmerksamkeit nach der „State of the Union“ auf seiner Seite. Er hat laut Gallup nicht nur die besten Umfragewerte seiner Präsidentschaft. Er hat als Gegner eine Demokratische Partei, die eigentlich mit viel Elan und strahlenden Siegern in die heiße Wahlkampfphase gehen wollte. Und erstmal eine Bruchlandung erlebte.

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