Stiftung Warentest: Wisch- und Saugroboter enttäuschen – kein Wunder bei dem unrealistischen Test

Wenn die Warentester Haushaltsroboter oder Akkusauger testen, sind sie meist bitter enttäuscht. Man kann sagen: weil die Geräte wenig taugen. Aber vielleicht liegt es auch daran, dass die Tester insgeheim eine Stunde Roboter-Werk mit der Arbeit von einer Stunde Reinigungskraft gleichsetzen. So auch in der aktuellen Ausgabe. Im Test von reinen Wischrobotern und Kombigeräten, die auch noch saugen können, kam kein Gerät über ein befriedigend hinaus. Die Testbedingungen sind allerdings auch hart. So sollen die Geräte tatsächlich eingetrocknete Senfflecken auf dem Boden wegwischen, das hat dann meist nicht so toll geklappt.Auch in der Disziplin „Saugen“ wurden die Filterwerte mit der von Handsaugern verglichen. Erwartungsgemäß erreichten die Mini-Geräte vor allem auf Teppichen nicht die Saugleistung, die ein guter manueller Sauger erreicht. Dabei wird übersehen, dass der Roboter allein arbeitet und man den kleinen Helfer jeden Tag zwei Stunden arbeiten lassen kann, ohne selbst schwitzen zu müssen. Pro Woche 14 Stunden Handarbeit beim Thema „Saugen und Wischen“ wollen sich dagegen wohl nur die wenigsten selbst zumuten.Reine Wischer sind besserWISSEN RoombaVon den Kombigeräten schnitt der Ecovacs Deebot Ozmo mit der Note 3,1 noch am besten ab. Er kostet 390 Euro und kann in einem Rutsch zunächst saugen und dann feucht überwischen. Ein reines Wischgerät reinigt besser, macht aber nur Sinn, wenn zuvor gesaugt wurde. Wenn das nicht geschieht, setzen sich die kleinen Wischpads zu schnell mit Schmutz zu. Kombigeräte sind daher meist billiger als zwei einzelne Geräte, außerdem benötigen sie auch nur einen Stellplatz.Von der Wischleistung überzeugten die beiden reinen Wischroboter. Der iRobot Braava jet m6 erzielt in der Teildisziplin Wischen die Note gut (1,8) – kaum schlechter schnitt der Moneual Everybot RS700 ab (1,9). Und dabei ist der Moneual mit 197 Euro wesentlich billiger als der Roomba für 665 Euro. Doch beide Geräte wurden abgewertet, weil ihr Stromanschluss nicht zweifach gegen Feuchtigkeit gesichert ist. Ebenfalls befriedigend schnitt das Kombigerät von Xiaomi ab. Der Roborock S6 kommt auf die Note 3,5 und kostet 515 Euro.EinschätzungWer die Vorstellung hegt, ein Saug- oder Wischroboter würde intensive Handarbeit ersetzen, sollte sich so ein Gerät nicht zulegen. Alle Roboter dienen dazu, eine gewisse Sauberkeit in der Wohnung zu erhalten. Wenn sie jeden Tag saugen und wischen, gelingt ihnen das auch sehr gut. Dennoch gibt es immer Ecken, zu denen sie nicht hingelangen, und bei denen man gelegentlich nacharbeiten muss. Dafür arbeiten die Roboter täglich unter dem Bett und unter dem Sofa.Wir benutzen seit Jahren Roboter verschiedener Firmen und hatten mit dieser Aufteilung nie Probleme. Uns war auch bewusst, dass starker Verschmutzung nur manuell beizukommen ist.Konkretes Beispiel: Wenn ein Schale Mehl auf den Boden fällt, muss man zunächst den Handfeger holen und dann den großen manuellen Sauger – für einen Roboter ist das zu viel Staub auf einmal. Wir sind auch nie auf die Idee gekommen, dass das kleine Gerät angetrockneten Senf oder Tomatensoße von Boden spachteln könnte.Grenzen der MaschinenAlle Wischroboter haben mit zwei Hauptproblemen zu kämpfen. Sie sind relativ leicht und reiben daher mit begrenzten Anpressdruck über den Boden. Das macht der Mensch auch, aber bei hartnäckigen Flecken kann er den Druck sehr stark erhöhen, das kann der Roboter nicht. Ordentlich Handarbeiter benutzen ohnehin nicht nur einen Wischmob, sondern arbeiten parallel mit einer Bürste vor. Außerdem nutzen sie große Mengen Wasser, während die Sauger maximal die Wassermenge eines großen Glases an Bord haben. Beim manuellen Wischen darf man Reinigungsmittel nach Belieben zugeben. Bei den Wischrobotern sind nur wenige Mittel kompatibel, andere verstopfen die Düsen oder greifen auf Dauer die Gummis an.WISSEN SaugroboterIm Haushalt empfiehlt es sich, ein verträgliches Reinigungsmittel zu benutzen. Das kann das – teure – Präparat des Herstellers sein. Man findet in entsprechenden Foren allerdings auch Tipps für handelsübliche Reinigungsmittel. Zur Not kann man das Reinigungspad des Roboters auch mit einem Reiniger einsprühen – weil die Flüssigkeit nicht mit den Düsen versprüht wird, passt hier wiederum jedes Mittel.Die Warentester greifen aus Gründen der Vergleichbarkeit für ihren Test zu einer sonderbaren Lösung: Sie benutzen gar keinen Reiniger und lassen die Roboter mit „Wasser pur“ ans Werk gehen. Entsprechend fallen die Ergebnisse aus.Den ganzen Test können Sie gegen eine Gebühr hier lesen.Lesen Sie auch:Braava Jet M6 im Küchentest – lohnt sich ein Luxusbodenwischer für 700 Euro?Erfahrungsbericht: Saugroboter machen das Leben leichter, aber diese fünf Dinge nerven gewaltig Saugroboter: Das sollten Sie vor dem Kauf wissenRoboter Roomba s9+ und Braava Jet m6  – Die neuen Saugroboter sind eine Klasse für sich – wäre da nur nicht der PreisBotvac D7 Connected – Die neue Generation von Saugrobotern ist schlauer und saugt besserWarentest – Saugroboter sind fleißig, aber mit Muskelkraft wird es sauberer i7+  von iRobot – neuer Robo-Sauger bringt den Schmutz selber wegDieser Artikel enthält sogenannte Affiliate-Links. Mehr Informationen dazu gibt es hier.

KategorienAllgemein