WHO-Chef wirft wohlhabenden Ländern Versäumnisse bei Virusdaten-Austausch vor

Der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat mehreren wohlhabenden Ländern Versäumnisse beim Informationsaustausch über das neuartige Coronavirus vorgeworfen. Tedros Adhanom Ghebreyesus sagte am Dienstag in Genf, dass einige Staaten „mit hohem Einkommen“ beim Transfer von Daten über neue Coronavirus-Fälle „weit zurückliegen“ würden. Er forderte außerdem mehr globale Solidarität bei der Bekämpfung des Virus.“Von den 176 bisher außerhalb Chinas gemeldeten Fällen hat die WHO nur für 38 Prozent der Fälle vollständige Fallberichtsformulare erhalten“, sagte der WHO-Direktor. „Ohne bessere Daten ist es sehr schwer für uns, die Entwicklung des Ausbruchs oder seine möglichen Auswirkungen zu beurteilen und sicherzustellen, dass wir die am besten geeigneten Empfehlungen geben“, fügte er hinzu.Tedros lobte hingegen die drastischen Maßnahmen Chinas zur Eindämmung des tödlichen Erregers: Die Bemühungen Pekings hätten eine erhebliche Ausbreitung im Ausland verhindert und damit eine „Gelegenheit“ geschaffen, die Übertragung aufzuhalten. Es gebe „ein Zeitfenster, in dem wir handeln können“, sagte der WHO-Direktor. „Lassen Sie uns dieses Zeitfenster nicht verpassen“, forderte er die Staatengemeinschaft auf.Das Coronavirus war im Dezember in der zentralchinesischen Provinz Hubei erstmals beim Menschen aufgetreten und hatte sich von dort aus in ganz China und in mindestens 24 Länder weltweit verbreitet. In der Volksrepublik haben sich nach offiziellen Angaben inzwischen mehr als 20.000 Menschen infiziert. Hinzu kommen zwei Todesfälle in Hongkong und den Philippinen. In Deutschland gibt es bislang zwölf bestätigte Erkrankungen.

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