Zweite Staffel im ZDF: Deutschlands beste TV-Serie ist zurück: Was uns „Bad Banks“ über die Finanzwelt erzählt

Die Liste begeisternder deutscher Fernsehserien ist kurz, aber ganz oben steht wohl – neben „Babylon Berlin“ – die ZDF-Produktion „Bad Banks“. Die erste Staffel sorgte vor zwei Jahren für Aufsehen: Ebenso rasant wie tiefgründig erzählte Autor Oliver Kienle die Geschichte der Investmentbänkerin Jana Liekam (Paula Beer), die in der fiktiven Großbank Deutsche Global Invest Karriere macht. Noch spannender aber war, wie man durch „Bad Banks“ einen Einblick gewann in die Parallelwelt der Investmentbänker, die mit  horrenden Summen zocken und deren Banken schließlich mit Steuergeldern gerettet werden müssen.Deutsche Serie Bad Banks 16.28Auf eine Serie wie „Bad Banks“ hatte das deutsche Fernsehen lange gewartet. Dafür gab es unter anderem zweimal den Deutschen Fernsehpreis, einen Grimme Preis sowie mit den Auszeichnungen für die Hauptdarsteller Paula Beer und Barry Atsma gleich einen Doppelschlag beim Deutschen Fernsehpreis 2018. Mit der furiosen ersten Staffel kann der Nachfolger, der nun beim ZDF läuft, nicht ganz mithalten. Dennoch ist „Bad Banks“ auch in der zweiten Staffel ein packendes Serienerlebnis – und nach wie vor ein erkenntnisreicher Einblick in die Finanzwelt.“Bad Banks“: Auf der Intensivstation wird weitergecodetJana Liekam – gespielt von einer erneut herausragenden Paula Beer – übernimmt nach der großen Finanzkrise ein aufstrebendes Startup, das auf nachhaltige Finanzprodukte setzt. Die Zeit des traditionellen Investmentbankings scheint vorbei, jetzt übernehmen die Algorithmen das Geschäft. Neben diesem Spiel um Alles oder Nichts beschäftigen Jana und ihre Mitstreiter aber auch noch die Altlasten aus der ersten Staffel: ihre illegalen Insiderdeals, die ihnen zwar Millionen, aber auch einige schmutzige Geheimnisse eingebracht haben. Gerade in einer solchen Situation bräuchte es verlässliche Partner, doch stattdessen werden auch ihre ehemaligen Mentoren und Kollegen zu Konkurrenten.Wie skrupellos es dabei zugeht, muss den Zuschauer eigentlich nicht mehr verwundern. Es hat nicht die erste Staffel „Bad Banks“ gebraucht, um den Ruf der Bänker zu ruinieren, das hat der Berufsstand schon allein geschafft. Das Startup, das die Global Invest übernimmt und dessen Team Jana zusammen mit dem Gründer Ben (Noah Saavedra) anführt, soll dabei eine Ausnahme von der Regel bilden: Es hat nicht nur ein Konzept, sondern auch eine Idee. Durch Investitionen in Unternehmen mit nachhaltigen Strategien soll nicht nur Geld verdient, sondern auch die Welt ein bisschen besser gemacht werden. So viel Idealismus muss man sich im Haifischbecken der großen Banken erst einmal leisten können. Und so wird im wahrsten Sinne des Wortes gecodet bis zum Umfallen – und darüber hinaus: Sogar auf der Intensivstation arbeiten Janas Mitarbeiter weiter. Geht es dabei ums Geld oder um die Welt?Geld, Liebe, Gewalt, Macht – alles nur Mittel zum ZweckVielleicht beides. Letztendlich aber ist in der Finanzbranche, wie sie „Bad Banks“ darstellt, alles nur eine Währung, mit der gehandelt wird, um die eigenen Ziele zu erreichen: Geld, Liebe, Gewalt, Macht. Die Figuren in „Bad Banks“ spielen durchgehend mit großem Einsatz, bis sie schließlich ihr wichtigstes Gut verlieren: die Kontrolle. Dann dreht man keine Dinger mehr, dann wird man gedreht. Und wenn es erst soweit ist, gehen die Konkurrenten ebenso wie die vermeintlichen Freunde nicht zimperlich miteinander um. Die Allianzen wechseln dabei in nahezu jeder Folge. Umso wertvoller sind da die Momente, in denen der Mensch hinter der Geldgier und dem Geltungsbedürfnis hervorkommt. Aber sie sind selten und sie währen nie lange.Und wenn man sich das als Zuschauer abends auf seiner Couch anschaut, nach einem durchschnittlichen Arbeitstag in einem Allerweltsjob, mit weniger Adrenalin und viel weniger Geld – dann ist man doch ganz froh über sein eigenes, kleines, ruhiges Leben.“Bad Banks“ läuft ab dem 8. Februar, 21.45 Uhr im ZDF und ist bereits jetzt in der ZDF-Mediathek zu sehen.

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